Die Versorgungssituation im Stromsektor

Wir sind vorbereitet: Maßnahmen für die größtmögliche Versorgungssicherheit

Lage der Stromversorgung im Winter 2022/23

Eine ganz wesentliche Information vorab: Wir haben in Deutschland eines der zuverlässigsten Stromversorgungssysteme weltweit. Wie alle Netzbetreiber sorgt auch die NRM Netzdienste Rhein-Main GmbH seit Jahrzehnten für eine stabile Stromversorgung. Wir halten die Stromerzeugung und den Stromverbrauch im Gleichgewicht und beugen Überlastungen der Leitungen vor. Insgesamt teilen wir die Einschätzung der Bundesnetzagentur, die einen langfristigen und großflächigen Blackout für unwahrscheinlich hält.

Ob ein großflächiger Ausfall tatsächlich eintritt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Mögliche Gründe für weitreichende Kapazitäts- oder Netzengpässe in der europäischen Stromerzeugung können beispielsweise ein Wassermangel in Norwegen, der Ausfall französischer Kernkraftwerke und insgesamt niedrige Temperaturen sein.

Strommangellage - Wichtige Maßnahmen für die größtmögliche Versorgungssicherheit

Klar ist: Wenn die Einspeisung den Strombedarf nicht mehr deckt oder ein Netzengpass besteht, müssen Maßnahmen ergriffen werden, um das Netz insgesamt stabil zu halten. Die Netzbetreiber – und so natürlich auch die NRM – sind darauf gut vorbereitet. Effiziente Sicherungsmechanismen sollen selbst bei größeren Störungen einen völligen Zusammenbruch verhindern.

Zur Aufrechterhaltung der Systemstabilität würden im Falle einer Strommangellage auf Anweisung unseres Übertragungsnetzbetreibers, der TenneT TSO GmbH, gezielt kleine Teilnetzgebiete in Frankfurt rollierend für jeweils ca. 90 Minuten vom Netz genommen. Dieses Verfahren nennt man in Fachkreisen Kaskade nach § 13 Abs. 2 EnWG. Das Verfahren ist seit Jahren etabliert und wird regelmäßig trainiert. Dabei liegt die Systemverantwortung bei den vier deutschen Übertragungsnetzbetreibern, d. h. diese müssen die Netzstabilität der deutschen Stromnetze gewährleisten.

Interessant zu wissen: In diesem Fall handelt es sich nicht um einen Blackout, sondern um kurzzeitige, kontrollierte Abschaltungen, die man als Brownout bezeichnet.

Folgendes Vorgehen trägt dazu bei, die Auswirkungen eventueller Abschaltungen für Sie zu verringern:

  • Die von den Übertragungsnetzbetreibern angewiesenen Abschaltungen von Verbrauchern erfolgen in einem rollierenden Verfahren.
  • Dabei werden jeweils kleinere Teilnetzgebiete reihum, für ca. 90 Minuten, abgeschaltet, um die Auswirkungen auf einzelne Regionen so gering wie möglich zu halten.
  • Dies betrifft alle Verbraucher im Strombereich und wirkt wie ein lokaler Stromausfall.
  • Die Abschaltung erfolgt zeitlich und räumlich begrenzt und wird kontinuierlich an den Bedarf angepasst, um die Netzstabilität aufrechtzuerhalten.
  • Alle Bürgerinnen und Bürger können die Gesamtlage positiv beeinflussen, in dem sie auf nicht notwendigen Stromverbrauch verzichten und durch die Reduktion des eigenen Verbrauchs bei Strom einen Beitrag dazu leisten, dass es nicht zu Unterdeckungen kommt.

Fragen und Antworten

Wir haben in Deutschland eines der zuverlässigsten Stromversorgungssysteme weltweit. Unsere Netzbetreiber sorgen seit Jahrzehnten für eine stabile Stromversorgung. Sie halten die Stromerzeugung und den Stromverbrauch im Gleichgewicht und beugen Überlastungen der Leitungen vor. Dazu verfügen sie über zahlreiche Sicherungsmechanismen, die selbst bei größeren Störungen einen völligen Zusammenbruch verhindern sollen. Unter anderem können sie Reserven mobilisieren, um das Stromnetz zu stabilisieren. Diese Mechanismen werden kontinuierlich geprüft und angepasst.
 

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Zur Versorgungslage im Strombereich haben die Übertragungsnetzbetreiber kürzlich im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums in einem Stresstest verschiedene extreme Szenarien zur Stromversorgung im kommenden Winter durchgerechnet. Die Versorgungssituation kann im kommenden Winter aus vielfältigen Gründen angespannt sein. Gründe sind die Gasversorgung, aber auch die Frage, wie sich die angespannte Lage auf dem französischen Energiemarkt auswirkt und welche Kraftwerke in Europa insgesamt im Winter verfügbar sind. Selbst im schlechtesten untersuchten Szenario ist aber nicht mit einem unkontrollierten flächendeckenden Stromausfall, dem sogenannten Blackout zu rechnen.

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Auch wenn ein unkontrollierter, großflächiger und länger andauernder Stromausfall als unwahrscheinlich gilt, kann es in diesem Winter an einzelnen wenigen Tagen doch notwendig sein, Verbraucher regional und für kurze Zeit von der Stromversorgung zu trennen. Diese Maßnahmen dienen dann der Netzstabilisierung und werden durch die Übertragungsnetzbetreiber veranlasst. Auch vor diesem Hintergrund raten wir davon ab, sich beispielsweise mit elektrisch betriebenen Heizlüftern auf den Winter vorzubereiten. Neben den Auswirkungen auf das lokale Stromnetz ist es zudem auch - trotz der gegenwärtig sehr hohen Gaspreise - viel teurer, seine Wohnung mit Heizlüftern zu beheizen.

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